Ist EPS (Styropor) wirklich so schlecht? Eine ehrliche Betrachtung
EPS — auch Styropor oder Tempex genannt — steht seit Jahren in der Nachhaltigkeitsdebatte unter Druck. „Einweg“, „schwer recycelbar“, „umweltschädlich“: Die Assoziationen sind selten positiv. Aber stimmt dieses Bild überhaupt noch? Eine ehrliche Betrachtung.
Was EPS wirklich ist
EPS (expandiertes Polystyrol) besteht zu mehr als 98% aus Luft. Die verbleibenden 2% sind Polystyrol, ein Kunststoff, der grundsätzlich gut recycelbar ist. Das Material selbst ist also extrem leicht und enthält überraschend wenig Rohstoff pro Box.
Das eigentliche Problem: Logistik, nicht Material
Das EPS-Recyclingproblem in den Niederlanden liegt nicht am Material, sondern an der Sammlung. EPS-Boxen landen häufig im Restmüll, weil:
- Viele Gemeinden keine separate EPS-Sammlung haben
- EPS voluminös ist und dadurch pro Kilo viele Transportkilometer verursacht
- Verbraucher nicht immer wissen, wo sie es abgeben können
Wo es funktioniert
In Ländern wie Deutschland und Belgien wird EPS in großem Umfang über spezialisierte Sammelstellen recycelt. Bei größeren Unternehmen — zum Beispiel Supermarktketten und Fulfillment-Centern — entsteht immer häufiger ein geschlossener EPS-Kreislauf: Boxen werden zentral gesammelt, gepresst und als Rohstoff an EPS-Hersteller zurückgegeben. Dadurch wird EPS effektiv zirkulär.
Woran Cooled Solutions arbeitet
Wir verweisen Kunden nach Möglichkeit auf lokale EPS-Sammelstellen und bieten B2B-Kunden mit größeren Mengen Lösungen für eine zentrale Rücknahme. Darüber hinaus investieren wir in Alternativen für Sendungen, bei denen EPS nicht die beste Wahl ist — wie Wabenkarton für 24-Stunden-Sendungen, die in die Papiertonne können.
EPS versus Wabenkarton: wann was?
EPS bleibt die beste Wahl für:
- Sendungen mit hohen Isolationsanforderungen (48 Std.+)
- Schwere Produkte, bei denen die Stabilität von EPS entscheidend ist
- Anwendungen, bei denen Gewicht und Transportkosten kritisch sind
Wabenkarton ist die bessere Wahl für:
- Webshop-Sendungen bis 24 Std., bei denen Verbraucher die Box in die Papiertonne geben können
- Brand-Marketing-Anwendungen, bei denen die Box die Nachhaltigkeitspositionierung unterstützt
- FSC-pflichtige Lieferketten
Fazit
EPS ist nicht grundsätzlich schlecht — es ist ein effizientes Material mit einer logistischen Herausforderung. Wenn Sie Nachhaltigkeit ernst nehmen, wählen Sie je nach Sendungstyp das richtige Material, anstatt ein einzelnes Material zu verbieten. Unsere Berater unterstützen Sie gerne bei dieser Abwägung.